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Trends und Arbeitsqualität in der Zuckerrübenerntetechnik

Die Erntetechnik von Zuckerrüben unterliegt in besonderem Maße den Forderungen nach Kostensenkung, Verlustminimierung und Qualitätserhaltung, verstärkt unter dem Aspekt einer umweltverträglichen und standortgerechten Ausstattung und damit bodenschonenden Technologie.
Die Forderungen an die Erntetechnik, schonende Rübenbehandlung, Erdanteile reduzieren, Verluste minimieren, Rodekosten senken, Überfahrten und Bodendruck mindern, Handhabung vereinfachen und doch den Bedienungskomfort steigern, versuchen die Hersteller im Blick zu behalten. Schwingende Polderschare, für die verschiedensten Einsatzbedingungen einstellbar, gehören zur deutschen Standardausrüstung.
Den Einzug der Rüben in den Roder mit der ersten Vorreinigung übernehmen entweder Siebsterne oder Wendelwalzen. Erstgenannte können unter trockenen Verhältnissen aufgrund der größeren Aggressivität mehr Verluste verursachen, arbeiten allerdings auch unter feuchten Bedingungen einsatzsicher. Einzelaggregate sind mittlerweile von der Fahrerkabine aus ansteuer- und einstellbar.
Entblätterung bzw. Köpfung der Zuckerrüben werden durch angetriebene Schlegler-/Häckslerwellen, teilweise veränderte Häcksler mit verbesserter Saugwirkung für liegendes Blattwerk und anschließende Rad- oder Kufentaster geführte Köpfmesser erledigt. Für trockene, verwelkte Blattapparate bzw. geringe Scheitelhöhen sind Rotationsnachköpfer oder -messer wählbar.
Manche Maschinen legen für eine exakte Breitverteilung das Blatt zwischen den Reihen ab. Bei feuchten Rodeverhältnissen kann diese Art der Blattablage zu Verstopfungen an Nachköpfern, Aufnahme- oder Abreinigungsorganen führen.
Deutliche Fortschritte sind in der Verlustminimierung und Erdabscheidung festzustellen. Bei den Hubrädern und Polderscharen steht die Einführung eines "Rodequrils" an, der schon vorweg weniger Erde auf die anschließenden Siebsterne, Wendel-, Noppen- und Sternwalzen oder teilweise auch auf Reinigungsbürsten weiterleitet. Sieb- und Elevatorbänder werden zunehmend mit rübenschonenden Gummimitnehmern ausgerüstet; diese gewährleisten auch eine gewisse Nachreinigung. Portalachsen sorgen für große Durchgänge, damit die Rüben auch bei feuchter, anhängender Erde störungsfrei passieren können. Diese moderne Technik hilft aktuell u.a. Masseverluste vermeiden, die heute im Vergleich zur Technik vor 20 Jahren die halben Rodekosten sichert.
Die sechsreihigen KRBs erreichen Bunkerinhalte mit drei bis vier Tonnen pro Reihe, die KRLs unter zwei Tonnen. Daraus resultieren hohe Gesamtmassen der Fahrzeuge. Möglichst große Bereifung mit Innendrücken um 1 bar wäre anstrebenswert, um auch bei feuchten Böden keine Verdichtungen im Untergrund zu verursachen.
Bodenschonende Fahrwerke mit/ohne spurversetztem Roden verteilen die Last bei immer mehr Herstellern gleichmäßig einmalig über die Fläche.
Die Elektronik und die Kopplung zu automatischen Steuerungssystemen sind aus den Großmaschinen nicht mehr wegzudenken; sie entlasten den Fahrer und erleichtern Voreinstellungen, orientiert an veränderten Einsatzverhältnissen.

Die Arbeitsqualitätparameter

  • Köpfung
  • Erdanteile nach dem Roden
  • Masseverluste
  • Oberflächenbeschädigungen
und die Schlagkraft (Durchsatz pro Schar) sind dabei gleichwertig gewichtet. In der Gesamtbetrachtung wird der hohe Leistungsstand der Köpfrodebunker offenkundig. Ernteverfahren mit mehr als 6 Reihen fallen zum Teil stark ab. Zu Einsatzsicherheit, Service und Wirtschaftlichkeit über die Jahre entscheidet der Markt in der Praxis.

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