Anbau

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2014

Zucker und Brot - Erlebnistour vom Boden bis zum Teller

10. bis 12. Juli 2014

Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg zeigten das Landwirtschaftsamt Heilbronn, der Verband baden-württembergischer Zuckerrübenanbauer und die Südzucker AG wie moderne nachhaltige Landwirtschaft betrieben wird. Die gemeinschaftlich organisierte Veranstaltung fand vom 10. bis 12. Juli auf dem Betrieb der Familie Hoffmann in Heilbronn-Frankenbach statt. Mehr als 1.000 Besucher, darunter ca. 500 Schüler konnten sich einen Einblick in umweltschonende Anbaumethoden verschaffen und sehen, wie damit qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel erzeugt werden.
Unter dem Motto "Zucker und Brot - Erlebnistour vom Boden bis zum Teller" wurde den Besuchern an 4 Stationen ein attraktives Programm geboten. An den ersten beiden Tagen konnten die Veranstalter über 20 Schulklassen aller Altersstufen mit etwa 500 Schülern begrüßen. Am Wochenende kamen Verbraucher aus Stadt und Land. Familien, jung und alt, aber auch Fachpublikum konnten nachhaltige Landwirtschaft hautnah erleben. An der offiziellen Eröffnungsveranstaltung hielten Umweltminister Untersteller, Ministerialrat Berrer, Bauernverbandspräsident Rukwied und Südzucker-Vorstand Dr. Kirchberg vor über 500 Besuchern Kurzvorträge, bevor anschließend ein Rundgang über das Aktionsgelände erfolgte.
Offiziell begrüßt wurden die Gäste von Umweltminister Untersteller, Ministerialrat Berrer, Bauernverbandspräsident Rukwied und Südzucker-Vorstand Dr. Kirchberg (Foto: Risser)
An der ersten Station waren die Besucher beeindruckt von den großen Maschinen, die oftmals überbetrieblich eingesetzt werden. Zum Schutz des Bodens sind die Maschinen mit Breitreifen ausgerüstet und können mit niedrigem Luftdruck bodenschonend arbeiten. Dies konnte jeder selbst ausprobieren mit zwei Schubkarren mit unterschiedlicher Bereifung. Der Effekt war deutlich zu spüren. Nicht nur die Kinder, auch viele Erwachsene waren überrascht wie groß die Unterschiede beim Kraftbedarf sind. Hoher Kraftbedarf führt in der Praxis zu einem erhöhten Energieverbrauch.
Wurzeln und Würmer und viele Fragen- Thomas Hetterich vom Bodengesundheitsdienst gab Antworten für groß und klein (Foto: Wetzler)
Faszinierend war auch die zweite Station, das sogenannte Bodenprofil. Der Besucher betrachtete in zwei Meter Tiefe die Bodenschichten sowie Wurzeln und Regenwurmgänge. Nicht wenige haben zum ersten Mal das Bodenleben hautnah erlebt und gesehen, was der Regenwurm leistet und warum er ein wichtiger Mitarbeiter des Landwirts ist. Auch nur wenige wussten, dass die Wurzeln bei Zuckerrüben und Getreide bis in zwei Meter Tiefe und mehr reichen.
Umweltminister Untersteller schaute genau hin bei der Demonstration von Blattkrankheiten der Zuckerrübe. Behandelt wird ganz gezielt nach festgelegten Schadschwellen. (Foto: Risser)
Weiter ging es dann zu Station drei, bei der die Vielfalt der im Landkreis angebauten Ackerfrüchte gezeigt wurde. Landwirtschaft ist vielfältig durch Fruchtwechsel, durch Zwischenfruchtanbau und wird punktuell ergänzt durch Blühstreifen, die Nahrungsquelle für Insekten sind und an deren Blütenpracht sich auch die Spaziergänger und Radfahrer freuen. Die Besucher sahen den Unterschied von einem gepflügtem Boden und einer Mulchsaatfläche mit Stroh oder Zwischenfrucht - eine wirksame Anbaumethode um Erosion zu vermeiden.
Hochinteressant fanden die Besucher die Maßnahmen zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in Zuckerrüben. Hier wurde dargestellt, dass mit der Saatgutpille das eingearbeitete Pflanzenschutzmittel mit dem Samen zusammen ausgebracht wird, sodass später auf eine flächige Insektizidbehandlung während der Auflaufphase verzichtet werden kann. Auch wird mit Hilfe des sogenannten Blattkrankheiten-Monitorings der termingerechte Zeitpunkt zur Behandlung der Bestände gegen Pilzkrankheiten ermittelt und an die Landwirte weitergegeben. Erst nach Überschreiten eines Schwellenwertes erfolgt dann die Applikation. Damit wird der Fungizideinsatz auf ein Minimum beschränkt. All dies sind Maßnahmen einer nachhaltig intensiven Landwirtschaft, die Effizienz- und Produktivitätssteigerungen nutzt, um ökonomisch erfolgreich zu sein und gleichzeitig schonend mit den natürlichen Ressourcen umgeht.
Sehr interessant war die Brotausstellung für die vielen Schüler aber auch für die Erwachsenen (Foto: Risser)
Den Abschluss bildete die Station »Brot«, bei der die Besucher unser täglich Brot als wertvolles Grundnahrungsmittel kennenlernen konnten. Die Brot-Ausstellung der Landesinitiative »Blickpunkt Ernährung« zeigte die wichtigsten Etappen, wie aus Getreide Brot entsteht und wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist. In gemütlicher Runde konnten die Besucher verschiedene Brotsorten probieren und ihren ganz persönlichen Favoriten krönen.
Nach den drei Tagen waren sich alle einig: Mit dieser Veranstaltung ist es gelungen, den Verbraucherinnen und Verbrauchern vor allem aber auch den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie moderne, innovative Landwirtschaft abläuft und dabei nachhaltig ist. Nur durch eine solche hochproduktive, ressourcenschonende Land- und Ernährungswirtschaft können dem Verbraucher Produkte von höchster Vielfalt und Qualität geboten werden, und das zu einem günstigen Preis. Allerdings glauben das viele noch nicht. Die Überzeugungsarbeit muss auf allen Ebenen weiter gehen!
Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit im Zuckerrübenanbau gibt es auf www.bisz.suedzucker.de unter Anbau/Nachhaltigkeit.


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