Vorbereitung der Sägeräte!
Bei Einzelkornsägeräten können Störungen sehr unangenehm sein, denn fehlerhafte Einstellungen können im ungünstigsten Fall erst nach dem Aufgang der Zuckerrüben festgestellt werden und dann ist es häufig zu spät. Mit gut vorbereiteten Sägeräten und bei richtiger Bodenbearbeitung ist eine präzise Ablage, eine exakte Einhaltung der Saattiefe und eine gleichmäßige Einbettung des Saatgutes möglich.
Hier die wichtigsten Punkte, die bei der Überprüfung des Sägerätes zu beachten sind, bevor es zum Einsatz kommt:
1. Anhängen des Sägerätes
Das Anhängen sollte an einer ebenen Fläche erfolgen. Der Oberlenker ist beim Direktsägerät so einzustellen, dass die Schneidscheibe nicht tiefer ist als der Scharkeil. Beim Standardgerät sollte mit dem Oberlenker der Saatkastendeckel mindestens waagrecht eingestellt werden. Besser ist eine leichte Neigung nach hinten, damit das Sägerät nicht auf den Scharspitzen, sondern auf dem Scharenden steht.
2. Überprüfung der Trag-/Druckrollen und Einbettwerkzeuge
Die Tragrollen sind auf Lagerung, Gummischäden und Druckstellen zu überprüfen. Einbettwerkzeuge wie Fingerdruckrolle und gummibereifte Zwischendruckrollen sollten ebenfalls auf Lagerung und Verschleiß überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Bei der konischen Druckrolle ist zusätzlich der Abstreifer zu kontrollieren.
3. Anforderungen an die Säschare
Beim Säschar ist die schlanke/spitze Keilform wichtig. Der Durchmesser darf nicht größer als 3mm sein, da sonst die Pille in der nicht keilförmigen Saatrille verrollt. Die Scharschwänze (Leitbleche) sollten am Ende weiter auseinander stehen als vorne am Schar. Abgenutzte Säschare sind der häufigste Grund für unzureichende Feldaufgänge und ungleichmäßige Ablagen. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, die Säschare vor jedem Einsatz zu überprüfen und - wenn nötig - auszuwechseln.
5. Kontrolle am Rahmen und Zentralantrieb
Die Schraubverbindungen der Klapp- und Verbindungsteile müssen auf Festigkeit überprüft werden. Beim Zentralantrieb (mit Ketten) sind die Ketten, Kettenräder und die Kettenspannung zu kontrollieren. Wichtig! Die Antriebskette darf keinen Leerlauf (Spiel) haben. Alle Ketten sollten nach getaner Arbeit, d. h. nach der Saat gereinigt und geölt werden. Die Lager am Schaltgetriebe und der Antriebswelle gilt es zu prüfen und ölen. Schaltgetriebe auf Fließbett überprüfen!
6. Überprüfung der Säkästen (Herzstück)
Bei außenbefüllten Sägeräten ist der Zustand der Zellbohrung auf Verschleiß zu kontrollieren. Eine starke Aushöhlung der Zellbohrung führt zu Doppelbelegungen und Ablageungenauigkeit. Der richtige Abstand der Abstreifer (Gegenlaufrollen) zum Zellenrad verhindert Verletzungen des Saatgutes (Bruchkorn) und Doppelbelegungen.
Innenbefüllte Sägeräte - hier sind Kammerrad, Auswerfscheibe und Zellenrad mit Pressluft zu säubern. Nach dem Reinigen und anschließendem Zusammenbau dürfen - speziell am Unicorn 2 und Unicorn 3 - keine Schleifgeräusche beim Drehen des Zellenrates auftreten. Durch Verschleiß am Zellenrad wird die Größe der Zellen verkleinert und dadurch entsteht Bruchkorn bzw. Doppelbelegungen! Mittels Distanzscheiben kann dieses Problem gelöst werden.
7. Allgemeine Wartung und Pflege
In der Betriebsanleitung können die allgemeinen Informationen zur Einstellung und Wartung bzw. Pflege des Sägerätes detailliert und auf den Einsatzumfang abgestimmt nachgelesen werden.
Hier einige grundsätzliche Regeln:
- alle beweglichen/drehenden Teile und Aufhängungen sind nach längerem Arbeitseinsatz (Lohnunternehmer) regelmäßig zu fetten/ölen. Gleiches gilt auch für die Antriebsketten;
- die Reinigung des Sägerätes - vor allem des Säkastens - sollte vorrangig mit Pressluft erfolgen; nur im Extremfall kann der Dampfreiniger oder Hochdruckreiniger erforderlich sein;
- beim Zerlegen und Zusammenbau von Zellenrad, Abstreifer, etc. sollte keine Gewalt (Hammer) angewendet werden.
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Mit der sorgfältigen Vorbereitung des Einzelkornsägerätes ist der erste Schritt für eine erfolgreiche Aussaat getan.Erich Göbel, Verband Fränkischer Zuckerrübenbauer e. V.