Viehhaltende Betriebe haben häufig Probleme, die Qualität ihrer Zuckerrüben zu optimieren. Die richtige Abschätzung der Stickstoff-Nachlieferung, hoher Viehbesatz, veraltete Ausbringtechnik, ungünstige Zeitpunkt und Witterung bei der Ausbringung und die Unkenntnis über den wahren Nährstoffgehalt der ausgebrachten Gülle sind nur einige der möglichen Ursachen. Die richtige Bemessung der mineralischen Ergänzungsdüngung wird so oft zum Lotteriespiel.
Abbildung 1
Dabei lassen sich die unsicheren Faktoren deutlich reduzieren. Schleppschlauch bzw. Gülleinjektion sind heute Stand der Technik und in jeder Gülleausbringgemeinschaft die Regel. Oft reichen jedoch noch nicht die vorhandenen Kapazitäten (Lageraum und Ausbringtechnik) aus, um die Gülle im Frühjahr zu Vegetationsbeginn, zur Saat des Mais oder direkt in das wachsende Getreide auszubringen. Bei hohem Viehbesatz lohnt darüber nachzudenken Gülle an viehlos wirtschaftende Betriebe abzugeben.
Abbildung 2
Mit einer Gülleuntersuchung lässt sich die mineralische NPK-Düngung sehr gut dosieren. Flächen, die regelmäßig mit Gülle gedüngt werden, zeigen, das bei pflanzenbaugerechter Gülleausbringung Stickstoffnachlieferung aus dem organischen Stickstoffanteil der Gülle und Ammoniakverluste nahezu identische sind. Deshalb kann hier mit einer 100% Ausnutzung des Ammoniumgehaltes in der Gülle kalkulierte werden. Etwas schwieriger wird es, wenn eine Fläche erstmalig Gülle erhält. Hier ist etwas Spitzengefühl notwendig. Eine Ausnutzung des Ammoniumgehaltes in Höhe von 50 % bis 80 % ist jedoch realistisch.
Abbildung 3
In vielen Literaturquellen wird der Zusammenhang zwischen Trockensubstanz- und Nährstoffgehalt hergestellt, wobei unterstellt wird, dass ein hoher Nährstoffgehalt mit hohem Trockensubstanzgehalt einhergeht. Dieser Zusammenhang trifft für das Phosphat in der Gülle zu, jedoch nicht für die anderen Nährstoffe (Abb. 1-3). Abbildung 4 verdeutlicht, das selbst in einer sehr engen Spanne von 4 - 5 % Trockensubstanzgehalt eine Mastschweinegülle sehr hohe Schwankungen aufweisen kann. Für den Gesamtstickstoffgehalt wurden 17,6 kg/10 m³, für den Ammonium-Gehalt 15,6 kg/10m³ und für den Kaliumgehalt 16,30 kg/10m³ gemessen. Für Phosphat und Magnesium sind diese Werte niedriger (Höhe der roten Balken in Abb. 4).
Abbildung 4
Was ist die Ursache für unterschiedliche Nährstoffgehalt in einer Gülle?
Bei Rindergülle werden die Nährstoffgehalte von mehreren Faktoren beeinflusst. Als Beispiele seien hier genannt:
- Aufwuchsbedingungen für das Grundfutter
- Futterzusammensetzung (Gras, Luzerne, Futterrüben, Mais)
- Herkunft (Bullenmast, Milchvieh)
- Schmutzwasseranteil
- Umstellung von Sommer auf Herbstfutter
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Bei Schweinegülle hängen die Nährstoffgehalte von der Art des Mineralsfutters ab. Mineralfutter mit Phytase oder mit zusätzlichen essentiellen Aminosäuren (z.B. Lysin) Verbesserung die Ausnutzung der pflanzlichen Nährstoffe für das Schwein und reduzieren gleichzeitig die Nährstoffgehalte in der Gülle.
Schlussfolgerungen:
Die Nährstoffe in der Gülle sind in hohem Maße pflanzenverfügbar und müssen unbedingt in der Düngeplanung berücksichtigt werden. Eine genaue Kenntnis der wirklichen Nährstoffgehalte durch eine Analyse ermöglicht deshalb eine bessere Düngeplanung.
Denn: Gülle ist ein wertvoller Mehrnährstoffdünger!