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Schosser und Unkrautrüben

(Foto: Arge Zeitz)
Schosser in Zuckerrüben entstehen jährlich in Abhängigkeit von Sorte und Witterung. Werden die Schosser nicht rechtzeitig entfernt, können ausreifende Samen in den folgenden Jahren zu Unkrautrüben führen. Diese Unkrautrüben schossen wiederum und führen zu einem "Aufschaukeln" des Problems.
Neben den Schossern aus Kulturrüben und Unkrautrüben können Schosser auch aus "Bastardrüben" entstehen. Diese Bastardrüben entstehen im Zuge der Saatgutvermehrung durch Einkreuzung von Wildrüben.
Schossertypen im Überblick    
    Schosser aus    
   Kulturrüben   BastardrübenUnkrautrüben
Herkunft    ausgesäte Zuckerrüben    ausgesäte Zuckerrüben (Einkreuzung von Wildrüben bei Saatgutvermehrung)    Samen der geschossten Kultur- oder Bastardrübe    
Auslöser    Witterung: Kälte    genetischer Einfluss, schossen immer    Genetik    
Verteilung im Feld    in der Saatreihe    in der Saatreihe    in und zwischen den Saatreihen    
Wuchshöhe    > 1 m    < 90 cm    < 90 cm    
Verzweigung    wenig    stark    stark    
Stängel    dick    dünn    dünn    
Rübe    klein    sehr klein    sehr klein    

Schossfördernde Faktoren

Temperatur:
  • Im Anbaujahr der Rübe zwischen 2 und 10°C während der frühen Jugendentwicklung der Zuckerrübe wirken schoßanregend, sowie zunehmende Tageslänge (Licht!) nach schoßinduzierender Temperatur. Nachfolgend hohe Temperaturen können diese Schoßinduktion jedoch wieder rückgängig machen.
  • Bei der Saatgutvermehrung: Niedrige Temperaturen während der Samenreife.
Erbliche Veranlagungzur vorzeitigen Blühentwicklung:
Die dreijährige Auswertung der Sortenergebnisse (Sorten mit und ohne Rizomaniatoleranz) zeigt deutliche Unterschiede. Die Spannweite reicht von Sorten, die keine Schosser entwickeln bis zu Sorten mit höherer Schossneigung.

Negative Folgen von Schossern

(Foto Arge Zeitz)
  • Konkurrieren um die Wachstumsfaktoren Nährstoffe, Wasser, Licht
    Pro Prozent Schosser- bzw. Unkrautrüben kann es zu Einbußen beim bereinigten Zuckerertrag von bis zu einem Prozent kommen.
  • Behindern die Zuckerrübenernte durch kräftige, verholzte Stängel, die die Roder verstopfen können.
  • Probleme bei der Verarbeitung in der Fabrik durch faserreiche Rüben (schlechte Schneidbarkeit, niedrige Saftreinheit, etc.).
(Foto Arge Zeitz)
  • Vermehrung von rübenspezifischen Fruchtfolge-Schädlingen (z. B. Rübennematoden), da sie auch in den übrigen Gliedern der Fruchtfolge aufwachsen.
  • Sehr hohes Samenpotenzial führt zu einem schnellen Anstieg der "Verseuchung" eines Feldes.
    In Westeuropa sind bereits 10 - 20 % der Rübenflächen mit Unkrautrüben verseucht. Es gibt Felder auf denen der Rübenanbau nicht mehr möglich ist.

Bekämpfungsstrategie je nach Besatz in den Zuckerrüben

1. Geringer Besatz: < 500 Schosser /ha

(Foto Arge Zeitz)
Herausziehen oder Abhacken bis spätestens zur Blüte
Achtung! Bei Beseitigung nach der Blüte sind die Samenträger aus dem Feld zu entfernen, da die Samenreife vielfach eingesetzt hat.

2. Mittlerer Besatz 500 - 5.000 Schosser/ha

(Foto Arge Zeitz)
Mehrmaliger Einsatz der Hackmaschine bis zum Reihenschluss
=> Beseitigung von ca. 80 % der Unkrautrüben.
Bekämpfung der Unkrautrüben in der Reihe von Hand erforderlich.

3. Hoher Besatz: über 5.000 Schosser/ha

Bekämpfungsmaßnahmen wie unter Punkt 2
In den Rüben besteht die Möglichkeit der chemischen Bekämpfung mit Glyphosat aufgetragen mittels Rotowiper oder Dochtabstreifgerät. Die Schosser müssen den Rübenbestand um mindestens 20 cm überragen.
Mischungsempfehlung: 33 % Glyphosat, 66 % Wasser, 1 % Spülmittel.
Der Bekämpfungserfolg liegt bei 60 - 90 %, eine Schädigung der Nachbarrüben ist jedoch möglich durch die zurückschnippenden Rüben.
Zu empfehlen sind eine frühe Rodung der Rüben mit anschließend flacher Bodenbearbeitung zur Keimstimulation der Unkrautrübensamen => Beseitigung der dann auflaufenden Unkrautrüben mit glyphosathaltigen Herbiziden im Herbst.
In der Fruchtfolge konsequente Bekämpfung von Unkrautrüben (in Getreide durch Sulfonylharnstoffe und Wuchsstoffe).

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