11.04.2022 ARGE Regensburg News Stephan Steinberger (RSZ) Plattling Rain

1. NAk in frühen Saaten planen

Witterung

Nach einer weiteren Frostnacht sind nun endlich steigende Temperaturen vorhergesagt. Dies bringt Schwung und bessere Wachstumsbedingungen für die Rübenbestände.

Frostgefahr für die jungen Rübenpflanzen

Die letzte Nacht wurden nicht ganz so niedrige Temperaturen erreicht wie in der Vorwoche. Durch den beinahe Wachstumsstillstand der letzten Woche können die Auswirkungen des Frostes demnächst nach ein paar sonnigen Tagen besser festgestellt werden. Zählstrecken sind weiterhin zu kontrollieren. Gerade bei Einschnürungen im Hypokotyl stellt sich demnächst heraus, ob noch intakte Leitungsbahnen vorhanden sind, welche die Blätter ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können.

Wenige Zenitmeter unter der Bodenoberfläche zeigt sich, ob das Hypokotyl noch in Ordnung ist.
Unterirdische Frostschäden lassen sich nur durch Ausgraben der Rüben feststellen. Teilweise zeigen die Rübenblätter Welkesymptome, weil der Saftstrom unterbrochen ist.

Insgesamt werden die Frostschäden überschaubar bleiben. Sollte ein Umbruch notwendig sein, melden Sie sich bitte in der Rübenabteilung oder beim SRS.

Zählstrecken anlegen

Zur Ermittlung der Bestandedichte legen Sie Zählstrecken an mehreren Stellen im Schlag an. Markieren Sie 10 m bei der 50er Reihe und 11 m bei der 45er Reihe. Durch auszählen von zwei Reihen in diesem Abschnitt erhalten Sie die Anzahl Rüben in 1.000 Pflanzen je Hektar. Hier können Sie am besten kontrollieren, ob noch weitere Rübenpflanzen auflaufen. Verschwinden an zuvor markierten Stellen (Stock, Zündhölzer, Holzfarbe) die Rüben, können Sie den Ursachen auf den Grund gehen. Diese können neben Frost auch Schnecken, Wild oder unterirdische Schädlinge sein.

Pflanzenschutz

In vielen der früh gesäten Bestände steht in dieser Woche die erste Herbizidmaßnahme an. Als blattaktive Komponente empfehlen wir 1,0 l/ha Belvedere Duo oder Betanal Tandem (Achtung auf Drainage-Flächen). Alternativ kann eine Mischung aus 1,25 l/ha Betasana SC mit 0,4 l/ha Oblix/Tramat500/Stemat  verwendet werden. Bei normaler Verunkrautung sollte als weitere Bodenkomponente 1,0 l/ha Metafol/Goltix Gold/Nymeo hinzugefügt werden. Hier kann eine Alternative bei 1,3-1,5 l/ha Goltix Titan bzw. 0,9 Kezuro plus 0,5 l/ha Metafol/GoltixGold liegen.

Zur Wirkungsverbesserung ist bei den derzeitig verfügbaren „Betanlen“ ein Öl-Zusatz sinnvoll. Diese Additive brauchen jetzt eine spezielle Zulassung als Partner zu Herbiziden, Fungiziden Insektiziden oder Wachstumsregler z.B. kann Debut aktuell nur mit Trend ohne weites Herbizid ausgebracht werden. Eine Übersicht finden Sie unter

https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Fachmeldungen/04_pflanzenschutzmittel/2022/2022_02_23_Fa_Zusatzstoffe.html

In der Regel können Sie zur Nachauflaufbehandlung weiterhin  0,5 – 1,0 l/ha Hasten / Mero / Access oder 0,15 % Kantor verwenden.

Achten Sie weiterhin auf Schnecken, wenn es jetzt wärmer wird. Im Falle einer Behandlung eignen sich Mollustop, Delicia Schneckenlinsen bzw. InnoProtect Schneckenkorn (je 3 kg/ha) oder Ferrex bzw. InnoProtect Schneckenkorn E III P (je 6kg/ha) oder Ironmax Pro bzw. Sluxx HP (je 7 kg/ha).
Legen Sie vorab eine Kontrollstelle mit etwas Schneckenkorn und z.B. einem Jutesack an.