
Insgesamt ist die Witterung für diese Woche kühler gemeldet. Sonne und Wolken wechseln sich bei Tagestemperaturen bis ca. 25 °C ab. Die nächtliche Abkühlung liegt bei 12 °C. Die Regenschauer schwächen ab Dienstagabend ab und es wird zunehmend wieder trocken. Ab Ende der Woche erreichen die Temperaturen wieder sommerliche Temperaturen bis zu 29 °C.
Schosser
Inzwischen treten erste Schossrüben in den Beständen auf. Um ein ,,Aussamen‘‘ zu verhindern sollten die Schosser jetzt möglichst vor der Fungizidbehandlung gezogen oder ausgehackt werden.
Blattkrankheiten
In allen Versuchsflächen finden wir Cercospora-Blattflecken. Teils kam es schon zu einer Schwellenüberschreitung. Einen großen Anstieg der Infektion von letzter auf diese Woche ist nicht zu sehen, dies ist sicherlich auf die Temperaturen > 36 °C der vorherigen Woche mit fehlendem Tau zurückzuführen. Ausnahme sind die Beregnungsgebiete. Diese sollten intensiv beobachtet werden und nehmen dabei eine Sonderstellung ein. Aufgrund des feuchten Mikroklimas ist der Druck hier erhöht.
Durch das es regional überall zwischen 5 – 20 mm geregnet hat, ist gegen Ende der Woche in Kombination mit den gemeldeten, warmen Temperaturen mit einem erhöhten Cercospora-Aufkommen zu rechnen.
Die eigene Feldkontrolle ist für eine termingenaue Behandlung unerlässlich.
Kontrollieren Sie 100 Blätter aus der mittleren Blattetage auf Befall durch Cercospora, Mehltau, Rost oder Ramularia. Bei 5 % befallener Blätter ist die Behandlungsschwelle erreicht.
To-Do-Liste für eine erfolgreiche Behandlung
- Erstbehandlung unmittelbar bei Erreichen der Behandlungsschwelle.
- Zur Erstbehandlung möglichst starke Fungizide in Kombination mit Kontaktfungiziden verwenden.
- Spritzung bei Temperaturen unter 25°C. An heißen Sommertagen in den frühen Morgenstunden (leichter Tau-Belag ist positiv) oder am späten Abend bei nicht zu hoher Temperatur spritzen.
- Wasseraufwandmenge 300 – 400 l/ha. Der Einsatz von Netzmitteln verbessert die Wirkung (z.B. Dash, Kantor, Break thru).
- Keine Spritzungen bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s.
- Fungizide in voller Aufwandmenge einsetzen.
- Mittelwechsel bei Mehrfachbehandlungen.
- Folgespritzungen nach ca. 3 Wochen bei Schwellenüberschreitung
(15 % befallene Blätter) einplanen. - Behandlung erst nach einem Beregnungsgang durchführen, sonst werden Kontaktfungizide abgewaschen.
- Eine Notfallzulassung nach Art. 53 wurde in diesem Jahr für eine Reihe von Fungiziden erteilt. Aufgrund der begrenzten Zulassungsmenge sind diese Mittel nicht überall verfügbar.
Empfehlung
| Systemisches-Fungizid | + Kontaktfungizid |
| z.B. | z.B. |
| Propulse 1,2 l/ha | Funguran Progress 1,25 kg/ha |
| Diadem/Alonty 1,0 l/ha | Grifon SC 1,8 l/ha |
| Panorama 0,6 l/ha | Yukon 3,0 l/ha |
| Domark 1,0 l/ha | Recudo 1,0 l/ha |
| Zerko 2,65 l/ha |
Der Zusatz eines Additives wie z.B. Kantor 0,15 %ig oder Dash 0,8 l/ha wirkt sich positiv auf die Benetzung aus, vor allem bei ungünstigen Witterungsbedingungen.

