17.05.2022 ARGE Südwest News Harald Bauer ARGE Südwest Offenau Offstein Wabern Warburg

Unkrautbekämpfung, Kontrolle der Blattläuse, Planung des Fungizideinsatzes

Die nächsten Tage werden sehr heiß. Am Donnerstag ziehen Gewitter durch. Zum Wochenende hin sinken die Temperaturen auf angenehme Werte um 21-24 °C. Niederschläge sind nicht in Sicht.

Herbizidbehandlungen:

Die Abschlussbehandlung steht in vielen Beständen an. Teils wird eine 4. Behandlung gefahren. Achten Sie auf die Anwendungshäufigkeit der Herbizide (meist 3 Anwendungen) und nehmen einen Produktwechsel vor.

Zu der Grundmischung, die wegen der ausgeprägten Wachsschicht Blattherbizid betont sein sollte, kommen bei schwerbekämpfbaren Unkräutern die Spezialherbizide zum Einsatz.

Grundmischung:

Blattaktive Komponente:          Belvedere Duo 1,25 l/ha oder

                                                              Betanal Tandem 1,5 l/ha oder

                                                              Betasana SC 1,75 l/ha + Oblix 0,5 l/ha

+ Bodenherbizid:                          Metafol SC 1,0-1,5 l/ha oder

                                                              Goltix Titan 1,3-2,0 l/ha oder

                                                              Kezuro 0,9 l/ha + Metafol SC 0,5 l/ha

+ Wirkungsunterstützung:         Access oder Mero 1,0 l/ha oder Hasten 0,5 l/ha

 

Zusatz von Spezialherbiziden bei Problemunkräutern:

Debut 25 – 30 g plus 0,25 l FHS oder Shiro (ohne FHS) zur oben genannten Mischung bei den Problemunkräutern Amarant, Bingelkraut, Hundspetersilie, Klettenlabkraut, Kamille, Vogelknöterich, Raps, Ölrettich

Eine Alternative ist DebutDuo Active (Pack), es enthält zusätzlich den Wirkstoff Lenacil mit Bodenwirkung gegen Nachtschatten, Gänsefuß.

Debut wird in Kombination mit FHS eingesetzt. In dieser Kombination wird der Wirkunterstützer (Access, Mero, Hasten) auf die halbe Aufwandmenge reduziert.

 

Lontrel (0,1 l/ha von Lontrel 600, 80 g/ha von Lontrel 720 oder 0,6 l/ha von Vivendi) bei Windenknöterich (im Laubblattstadium), Hundspetersilie, Kamille oder Nachtschatten

 

Tanaris 0,3-0,6 l/ha ist eine Ergänzung für Hirsestandorte. Weitere Stärken bestehen gegen Amarant, Hundspetersilie und Kamille.  Verwenden Sie Tanaris nur in Kombination mit „reinen Metamitron-Produkten“ um die zugelassene Wirkstoffmenge von 250 g Quinmerac nicht zu überschreiten.

 

 

Disteln: bei einer Wuchshöhe von 20 cm Einsatz von Lontrel 600 0,2 l/ha, Lontrel 720 160 g/ha oder Vivendi 100 1,2 l/ha. Abstand zu anderen Herbizidmaßnahmen ca. 3 Tage, wenn vorher Debut eingesetzt wurde 8-10 Tage.

Die Gräserbekämpfung sollte besonders bei bereits bestockten Pflanzen als Solo-Spritzung im Abstand von ca. 3 Tagen zur Unkrautbehandlung mit voller Menge eines Gräserherbizids erfolgen.

 

 

Blattläuse treten in vielen Feldern auf. Überwiegend sind Schwarze Bohnenläuse zu finden. Behandlungen werden bei mehr als 30 % befallener Pflanzen oder Kolonienbildung empfohlen.

            Mospilan SG/ Carnadine mit 0,25 kg.l/ha

              Teppeki 0,14 kg/ha ab dem 6 -Blattstadium der Rüben

              Pirimor G 0,3 kg/ha

 

Planung der Fungizidbehandlung

Zur Behandlung von Cercosporabefall wurden in den letzten Tagen eine Reihe von Fungiziden im Rahmen einer Notfallzulassung zum Einsatz in Zuckerrüben zugelassen. Näheres finden sie unter bisz.suedzucker.de / Aktuelles / BISZ Meldungen.

Besonders bei frühem Befallsbeginn und in bekannten Starkbefallsgebieten sollten Kombinationen von Azol/Benzamide/Carboxamide und Kontaktfungiziden eingesetzt werden.

Dadurch werden die Fungizidwirkung abgesichert und Resistenzen vermieden.

In so gut entwickelten Beständem wird es Zeit für die abschließende Herbizidbehandlung