13.07.2022 ARGE Regensburg News Stephan Steinberger (RSZ) Plattling Rain

Warnaufruf in weiteren Gebieten – Hitzewelle kommt

Witterung

Eine Hitzewelle ist angekündigt. Auch die längerfristigen Wetterprognosen weisen auf eine stabile, heiße und leider auch regenfreie Zeit hin.

Stand der Rüben

Durch die Niederschläge konnten viele Rübenbestände einen guten Blattapparat ausbilden. Jetzt geht immer mehr Beständen das Wasser aus. Oftmals sind vom Rand her große, oft runde Fraßschäden in den Blättern zu erkennen. Diese stammen meist von Schnecken, die vor den Feldwegen oder Grünstreifen her weit ins Feld einwandern.

Am Rand sind sie häufiger zu finden, aber auch im Bestand sind heuer viele Schnecken zu finden. Sie hinterlassen teils stark durchlöcherte Rübenblätter.

Immer öfter sind gelbe Blattspitzen zu finden. In den wenigsten Fällen ist dies eine viröse Vergilbung. Häufigste Ursachen sind Sorteneigenschaften oder Wanzen (Brauner Fleck blattunterseits an der Hauptader).

Gelbe Blattspitzen sind häufig zu sehen. Die Ursachen können vielfältig sein.
Oftmals ist an der Hauptader auf der Blattrückseite eine verbräunte Einstichstelle zu sehen. Dann ist die gelbe Blattspitze auf das Auftreten der Wanze zurückzuführen.

Rüben bereinigen, Schosser ausziehen

Die zuletzt milderen Temperaturen wurden genutzt, die Schosser, Unkrautrüben und Problemunkräuter zu entfernen. Zu den Problemunkräutern zählen vor allem Schönmalve, Stechapfel, aber auch die ersten Melden und Hirsepflanzen überragen das Blätterdach der Rüben.

Pflanzenschutz – Blattkrankheitenmonitoring

Nun zeigen sich gebietsübergreifend immer mehr Standorte mit einem ersten Befall mit Cercospora. Die Schadschwelle von 5 % befallener Blätter ist an einigen Boniturstandorten bereits erreicht oder kurz davor.

Zur Ermittlung des Befalls kontrollieren Sie über den Schlag hinweg 100 Blätter im mittleren Blattbereich der Rübe. Die Schadschwelle ist überschritten, wenn 5 % der Blätter mit einem oder mehreren Erregern befallen sind. Hierzu zählen die meist auftretende Cercospora, aber auch Mehltau, Rost und Ramularia.

Einen Aufruf zur intensiven Kontrolle und Bonitur der Schläge erhalten die Regionen:

Plattling:          Vils-Inn-Rott, Regensburg, Isartal, tertiäres Hügelland

Rain:               Augsburg-Dachau, Rain, Ingolstadt

Ist die Schadschwelle überschritten, empfehlen wir eine zügige Behandlung mit einer Kombination aus Azol plus einem der zugelassenen Kupfermittel. (siehe Mitteilung der letzten Woche)

Gerade bei der heißen, trockenen Witterung, die vorhergesagt ist, wird es immer schwieriger ein geeignetes Spritzfenster zu finden. Die Temperatur soll wegen der Thermik nicht zu hoch sein, eine hohe Luftfeuchte wäre gut für die Behandlung.

Hinzu kommt, dass die meisten Böden den Wasservorrat bereits aufgebraucht haben. Bei den angekündigt heißen Tagen werden zunehmend mehr Rüben „schlafen“. Dadurch überdecken sich die Blätter gegenseitig. Die Wirkstoffaufnahme ist durch die verringerte Aktivität in den Blättern deutlich schlechter.

Interview zu Blattkrankheitenbekämpfung

Der Rübenanbauer und Youtuber Richard Schwaiger hat mit Gerald Wagner die aktuelle Situation bei Cercospora besprochen. Das Interview finden Sie unter folgendem Link:

https://youtu.be/hHCFDjbz45M