Rizomania – Viröse Wurzelbärtigkeit

BNYVV = beet necrotic yellow vein virus

Symptome

Foto: Kuratorium Ochsenfurt

Bei Befallsbeginn: Häufig nesterweise Gelbfärbung der Blätter und Welke.

Foto: Kuratorium Ochsenfurt

Im Vergleich zu gesunden Rüben bleibt die Rübe klein.

Foto: Kuratorium Ochsenfurt

Die Leitbündel der Hauptwurzel sind bis zur Ernte verholzt und gelblich bis braun verfärbt; es bildet sich ein dichter Wurzelbart (Name! Wurzelbärtigkeit) .

Am Blatt:

  • Welke, trotz ausreichender Bodenfeuchte.
  • Bestand zeigt oft nesterweise Aufhellung von hellgrün bis gelb.
  • Blattstiele sind häufig sehr schmal und die Blattstellung ungewöhnlich aufrecht.

An der Rübe:

  • Im Vergleich zu gesunden Rüben bleibt die Rübe klein.
  • Verholzte, braune Leitbündel der Hauptwurzel (oder dickeren Seitenwurzeln), die bei starkem Befall auch absterben können.
  • Dichter Wurzelbart.

Befallszeitpunkt und Übertragung

Auftreten erster Symptome:Eine Entwicklung der Krankheit mit einer ersten Gelbfärbung der Blätter findet in der Regel erst ab einer Bodentemperatur von 15 °C statt.
Weitere Ausbreitung: Optimale Bedingungen herrschen bei einer Bodentemperatur von 25 °C in Verbindung mit genügend Bodenfeuchte, erste Welkeerscheinungen können je nach Witterung demzufolge bereits im Juni/Juli beobachtet werden.
Übertragungsweg: Das schädigende Virus wird von einem Bodenpilz (Polymyxa betae) in die Wurzeln der Zuckerrüben übertragen. Die Weiterverbreitung der Krankheit von Feld zu Feld erfolgt durch die Übertragung von Bodenteilchen Wind, Wasser, Mensch, Tier, Maschinen).

Zuckerrübensaatgut und Carbokalk sind dagegen virusfrei.

Bedeutung

Der Erreger ist mittlerweile in nahezu allen wichtigen europäischen Rübenanbaugebieten nachzuweisen. Bei günstigen Infektionsbedingungen und anfälligen Sorten sind Ertragsdepressionen von 50 % und mehr sowie Zuckergehalte von unter 10 % bei befallenen Rüben zu verzeichnen.

Befallsvorhersage und Inhaltsstoffe

Für die Sortenwahl im Zuckerrübenanbau ist der Befall der nächstjährigen Schläge mit Rizomania entscheidend. Eine Untersuchung von Boden aus den vorgesehenen Schlägen (Virusnachweis in darauf ausgesäten Fangpflanzen) ermöglicht einen eindeutigen Nachweis der Krankheit und hilft bei der richtigen Sortenwahl.
Bei der guten Leistung der heute zur Verfügung stehenden rizomaniatoleranten Zuckerrübensorten ( Sortenleistung) auch unter Nichtbefall, sollten nicht tolerante Sorten nur dann angebaut werden, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Rizomaniabefall zu erwarten ist.
Befallsverdacht liegt bei Anbau einer anfälligen Sorte bei folgenden Inhaltsstoffgehalten in Kombination vor (kontrollieren Sie die Einzelwerte Ihrer Lieferbenachrichtigung):
Natrium (Na) > 10 mmol/1000 g Rübe
Amino-N < 8 mmol/1000 g Rübe
Polarisation < 13 %

Ausser dem Verbandsgebiet Sachsen-Thüringen werden im Bereich der Süddeutschen Zuckerwirtschaft ausschließlich rizomaniatolerante Sorten angebaut.

Maßnahmen zur Schadensminderung

Eine direkte Bekämpfung des Bodenpilzes als Überträger ist nicht möglich. Einzig mit dem Anbau von toleranten Sorten ist man in vielen Gebieten in der Lage, wirtschaftlichen Rübenanbau zu betreiben (aktuelle Sortenempfehlung ).