Additive

Der Einsatz von Additiven sichert die Wirkung von Pflanzenschutzmittel bei schwierigen Bedingungen ab

Der Erfolg einer Pflanzenschutzmaßnahme wird neben dem Wirkstoff von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, wie z. B.

Klima bzw. Witterung: Temperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, Sonneneinstrahlung etc.
Anwendungszeitpunkt: v.a. bei der Bekämpfung von pilzlichen oder tierischen
Schaderregern entscheidet der richtige Zeitpunkt über den
Erfolg der Maßnahme
Ausbringungstechnik:Düsen, Düsenabstände, Wasseraufwandmenge,
Fahrgeschwindigkeit etc.
Wasserqualität:Wasserhärte, pH-Wert
Produkteigenschaften: Formulierungstyp, Abtrocknungsverhalten, Aufnahme
durch die Kutikula etc.

Allgemeine Informationen zur Optimierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln zu den Punkten Wasserkonditionierung, Anhaftung, Benetzung und Eindringung (Penetration):

Wasserhärte:

Wer kalkhartes Wasser einsetzen muss, kann dem Spritzwasser Additive zugeben, die ansäuernd wirken und Kationen binden (z.B. Kantor, LI 700, pH FIX 5). Ihre Wasserhärte (°dH) können Sie bei Ihrem lokalen Wasserversorger erfragen. Bei Verwendung von Brunnenwasser bietet es sich an, die Wasserhärte mit Teststreifen zu kontrollieren.

pH-Wert:

Die meisten Pflanzenschutzmittel wirken im schwach sauren Bereich von pH 6,0 bis 6,5 der Spritzbrühe am besten. Der pH-Wert ist über entsprechende Teststreifen (z.B. über Amazon erhältlich) leicht zu prüfen.

Anhaftung:

Zur Minimierung von Wirkstoffverlusten durch Abprallen oder Abrollen der Spritztropfen von Blattoberflächen gilt es die Anhaftung zu verbessern (diese Eigenschaft weisen nahezu alle in der Tabelle aufgelisteten Produkte auf).

Benetzung:

Die Benetzungsförderung ist immer sinnvoll, wenn mit einem groben Tropfenspektrum gearbeitet wird. Dagegen sollte der Einsatz von „Superspreitern“ (wie z.B. Break Thru, Silwet Gold und Acxcess) bei taunassen Beständen und hohen Wasseraufwandmengen unterbleiben.

Eindringung (Penetration):

Produkte, die die Eindringung fördern, ermöglichen die schnelle Aufnahme von systemischen Wirkstoffen in die Pflanzen (diese Eigenschaft weisen nahezu alle in der Tabelle aufgelisteten Produkte auf).

Fazit:

Nur wenige der beschriebenen Produkte weisen eine Wirkung in allen 5 beschrieben Kategorien auf. Die Zugabe von Zusatzstoffen zu Herbizidmischungen ist mittlerweile je nach Witterungsbedingungen und verwendete Wirkstoffe fast Standard. Beim Einsatz in der Tankmischung mit Fungiziden bzw. Insektiziden gibt es nur wenige unabhängige Versuchsergebnisse.

Die folgende Tabelle teilt eine Auswahl zugelassener Additive in die oben beschriebenen Kategorien ein (Quelle: Broschüre „Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland 2019“, Information der Pflanzenschutzdienste der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen)

 

Die vollständige Liste aller zugelassenen Zusatzstoffe finden Sie hier beim BVL –>