Siliermittel

Pressschnitzel silieren bei Beachtung der bereits aufgezeigten Grundsätze problemlos. Aktuelle Ergebnisse eines praxisnahen Silierversuches mit Folienschläuchen ( Weber, 2005) zeigen auf, dass hochwertige und über 4 bis 6 Tage aerob stabile Silagen mit weniger als 2 % Trockenmasseverlusten erzeugt werden können.
Aus diesen Gründen verbietet sich eine generelle Empfehlung von Silierzusätzen.
Sollte allerdings aus betrieblichen Gründen eine frühe Siloöffnung notwendig und damit die empfohlene Mindestsilierdauer von 6 Wochen unterschritten werden, können Silierzusätze der DLG – Wirkungsrichtung 2 bzw. der Gruppe B – chemische Mittel (z. B. Mais Kofasil Liquid) zu einer deutlichen Verbesserung der dann sehr geringen aeroben Stabilität führen. Ohne den Einsatz dieser Mittel ist mit einem schnellen Verderb der unreifen Silagen durch massive Hefeentwicklung zu rechnen.
Wie die Tabelle zeigt, verlängert bereits die Aufwandmenge von 2,5 L je Tonne die aerobe Stabilität. Dieser Effekt wird aber deutlich abgeschwächt, wenn das Silo wie oben mehrere Tage offen steht. In diesem Fall führt nur die höhere Aufwandmenge von 5 L je Tonne zu einer ausreichenden Wirkungssicherheit.
Nicht-chemische Silierzusätze (Wirkungsrichtungen A, C, D) bewirken für den Einsatz bei Pressschnitzeln keine Verbesserung der Siliereigenschaften.

Melassezusatz

Soweit technisch lösbar, ist auch ein Zusatz von Melasse zu Pressschnitzeln möglich.
Damit wird einerseits der Zuckergehalt erhöht, andererseits steigen auch der TM-Gehalt und der Proteingehalt leicht an. Der Melassezusatz führt zu einer intensiveren Milchsäuregärung und zum Teil zu einer stärkeren pH-Wert-Absenkung in den Silagen.
Ein Melassezusatz erhöht den Energiegehalt in den Silagen jedoch nicht, da der zugeführte Zucker während der Gärung verbraucht wird.
Ein Zusatz von Melasse kann sich positiv auf die aerobe Stabilität der Silagen auswirken, da sich diese Silagen besser verdichten lassen und somit die Luft schneller verdrängt wird und zudem die Luft bei der Entnahme weniger stark in die Silage eindringt.
Die Dosierung der Melasse ist für eine erfolgreiche Silierung von besonderer Bedeutung: bewährt haben sich Melassezusätze in Höhe von 3 bis maximal 5 % (= 30 bis 50 kg / Tonne Pressschnitzel).
Zu hohe Einsatzmengen führen zu Problemen, da die Gefahr von Fehlgärungen steigt. Weiterhin sind die Silagen durch hohe Milchsäuremengen und nicht vergorene Restzuckermengen anfällig für Nachgärungen und Schimmelpilzbildung.

Silierung im Fahrsilo –>