Anbau Biozuckerrüben

Foto: Südzucker AG

Anforderungen an den Standort

  • tiefgründige, mittlere bis schwere Böden frei von Steinen.
  • nach Möglichkeit sollten Felder ausgewählt werden, die einen geringen Unkrautbesatz aufweisen.

Vorfrüchte

  • Gut geeignet als Vorfrucht für Zuckerrüben ist Getreide.
  • Eine Kombination von Getreidevorfrucht und nachfolgender Zwischenfrucht, die für Zuckerrüben geeignet ist, ist ebenfalls zu empfehlen.
  • Bei einem direkten Anbau von Zuckerrüben nach Futterleguminosen ist ein erhöhter Unkrautdruck zu erwarten.

Bodenbearbeitung

  • Nach der Stoppelbearbeitung ist eine Herbstfurche auch aus Gründen der Unkrautbekämpfung zu empfehlen.
  • Im Frühjahr Saatbettbereitung auf gut abgesetztem Boden. Bearbeitungstiefe ca. 2-4 cm, feinkrümeliges Saatbett für Rüben nötig
  • Bei guten Bodenverhältnissen und geringem Unkrautdruck reicht meist ein Arbeitsgang, bei ungünstigeren Bodenbedingungen können auch mehrere Durchgänge erforderlich sein.
  • Wichtig ist, dass das Feld bei der Aussaat frei von Unkräutern ist.

 

Zuckerrübenaussaat (Foto: Südzucker AG)

 

Aussaat

  • Die Rübenpillen werden auf den rückverfestigten Bodenhorizont in ein feinkrümeliges Saatbett abgelegt – wichtig für den Anschluss an das kapillare Bodenwasser.
  • Die Aussaat sollte so früh wie möglich erfolgen, der Boden sollte aber Temperaturen von mindestens 5-8 °C aufweisen.
  • Kälteperioden nach der Aussaat können das Wachstum der Rüben verlangsamen und den Unkrautdruck erhöhen, da Unkraut auch bei niedrigeren Temperaturen wächst. Für die späteren Hackmaßnahmen ist dies von Nachteil.
  • Die Aussaatstärke sollte etwas höher gewählt werden als im konventionellen Anbau, da auf Grund von Auflaufschädlingen und Hackmaßnahmen Pflanzenverluste auftreten können.
  • Empfohlene Aussaatmenge: 1,2-1,5 Einheiten/ha;  1 Saatguteinheit enthält 100.000 Rübenpillen
  • Feldaufgang im ökologsichen Zuckerrübenanbau: ca. 70-80%
  • Angestrebte Bestandesdichte: 85.000- 95.000 Pflanzen pro ha
  • Bei einem Reihenabstand von 45 cm entspricht dies einem Abstand der Rübenpflanzen in der Reihe von 15-18 cm.
  • Saatgut: Von den Saatgutherstellern wird Zuckerrübensaatgut mit Öko-Pillierung angeboten, das der Biorübenanbauer über Südzucker bestellt.
    Sorten für den Biorübenanbau –>

 

Informationsaustausch auf Biorübenfeldtagen (Foto: Südzucker AG)

 

Unkrautregulierung

  • Die Unkrautbekämpfung ist im Biorübenanbau die größte Herausforderung. Hier ist schon bei der Auswahl des Feldes auf einen möglichst geringen Unkrautdruck zu achten. Zuckerrüben sind in ihrer Jugendphase wenig konkurrenzfähig gegenüber Unkräutern. Daher ist größtes Augenmerk auf die Unkrautbekämpfung zu werfen. Eine vernachlässigte Unkrautregulierung  kann erhebliche Ertragsverluste zur Folge haben, bis hin zu einem vollständigen Verlust des Bestandes.
  • Zur Unkrautunterdrückung stehen Hackmaschinen und Striegel sowie Abflammgeräte zur Verfügung. Striegeln im Nachauflauf ist vom 2- bis 4-Blattstadium möglich und kann die Hackdurchgänge ergänzen.
  • Beabsichtigen Sie nach der Aussaat Unkraut durch Blindstriegeln zu unterdrücken, sollte das Saatgut nicht zu flach, auf ca. 3 cm Tiefe, abgelegt werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Rübenpille im Boden verrollt. Auf schweren Böden sollten Sie auf eine so Tiefe Ablage und Blindstriegeln verzichten. Vorsicht beim Blindstriegeln ist ebenfalls geboten, wenn die Rübe schon gekeimt hat.  Der Keimling kann schnell abreißen.
  • Mit Hackmaschinen kann der Bereich zwischen den Zuckerrübenreihen vom Auflaufen bis zum Reihenschluss gut von Unkraut frei gehalten werden. Es sollte so früh wie möglich mit den Hackmaßnahmen begonnen werden – sobald die Rübenreihen sichtbar sind.
  • Beim ersten Hackdurchgang ist unbedingt darauf zu achten, dass die Zuckerrübenpflänzchen nicht mit Erde verschüttet werden. Es sollten daher zu diesem Zeitpunkt Hohlscheiben eingesetzt werden.
  • Hackmaschinen, die in der Reihe hacken sind in der Entwicklung, aber bisher noch nicht praxistauglich, sodass der Einsatz von Handhackkräften notwendig ist. Dies sollte direkt im Anschluss an die Maschinenhacke erfolgen. Je nach Unkrautdruck sind 80-200 Akh nötig.
  • Tipps zum Einsatz von Hackmaschinen und der Auswahl geeigneter Hacktechnik finden Sie in der Rubrik ” Mechanische Unkrautbekämpfung”

 

Damit Hackmaßnahmen Erfolg zeigen, sollte der Boden relativ trocken sein. Bei nassen Bodenverhältnissen verschmiert der Boden, die Arbeitsgeräte verstopfen und Unkräuter können wieder anwachsen. (Foto: Südzucker AG)

 

Düngung

  • Die Düngung ist am Nährstoffbedarf der Rübe zu orientieren. Um die optimale Nährstoffmenge zu bestimmen, empfiehlt sich eine Bodenuntersuchung nach der EUF-Methode.

 

Anbau von Biorüben in der Südzucker AG–>