12.07.2016 ARGE Südwest News Harald Bauer ARGE Südwest Offenau Offstein Wabern

Blattkrankheiten kontrollieren, „gelbe“ Rüben

Zunächst sinken die Temperaturen deutlich ab und es wird unbeständig, bevor es zum Wochenende hin trockner und wärmer wird.

Blattkrankheiten:

Der Befall mit Blattkrankheiten nimmt langsam zu. Auf einigen Feldern ist die Behandlungsschwelle überschritten, auf anderen aber noch kein Befall zu finden.

Kontrollieren Sie deshalb ihre Felder auf Befall. Vorsicht nicht jeder Fleck ist Cercospora. In vielen Beständen sind auf alten Blättern die Flecken der Bakteriellen Blattflecken zu sehen.

Zur Unterscheidung, die Cercosporaflecken sind 2-3 mm groß und weisen in der Mitte schwarze Konidienträger mit hellen Konidien (Lupe) auf. Bakterielle Blattflecken sind meist größer bis ca. 1 cm, unregelmäßig geformt ohne Pilzmycel.

 

Behandlungsschwelle:

Die Behandlungsschwelle liegt bis Ende Juli bei 5 % befallene Blätter. Zur Ermittlung des Befalls werden 100 Blätter aus dem mittleren Blattapparat entnommen und auf Befall mit einer der Blattkrankheiten (Cercospora, Mehltau, Rost oder Ramularia) kontrolliert.

 

Mittelempfehlung:

In traditionellen Starkbefallsgebieten und bei frühem Befallsbeginn sollte zur Erstbehandlung eine strobilurinhaltige Mischung eingesetzt werden.

z.B.      Juwel               1,0 l/ha

Ortiva             0,5 l/ha + eines der unten genannten Azole mit voller Aufwandmenge

 

Auf Standorten mit normalerweise geringem Befallsdruck reichen reine Azole aus:

z.B.      Spyrale            1,0 l/ha

Rubric             1,0 l/ha

Duett ultra      0,6 l/ha

Domark           1,0 l/ha

Score              0,4 l/ha.

 

Gelbe Rüben, Strukturschäden:

Die ergiebigen Niederschläge der vergangenen Wochen haben regional zu Verschlämmungen, Bodenverdichtungen und nassen Stellen in den Feldern geführt. Derzeit bleiben auf diesen Stellen die Rüben im Wuchs zurück. Beim Ausgraben zeigen sich Beschädigungen und Fäulnis am Wurzelkörper.

Die Schäden werden durch verschiedene Erreger verursacht.

 

Gürtelschorf Schadbild: Schorfbildung unterhalb der Bodenoberfläche, später mit braunen Rissen und wucherndem Gewebe. Geschädigt werden geschwächte Rüben auf Standorten mit Staunässe, schlechter Wasserführung

 

Phytophtora- und Rhizoctonia-Erreger konnten an einigen faulenden Rüben nachgewiesen werden. Die Erreger treten auch als Sekundärerreger auf kranken Rüben auf.

Allen Erregern ist gemeinsam, dass in diesem Stadium keine Behandlung möglich ist.

Eine Verbesserung der Situation könnte eine Bodenlockerung mit der Hackmaschine bringen, sofern dies überhaupt noch möglich ist. In den meisten Fällen sind entweder die Rüben zu groß oder der Boden ist so verdichtet, dass die Hacke gar nicht angreift.

 

Regional tritt in einigen Gebieten in Baden-Württemberg das Rübenkopfälchen (Ditylenchus dipsaci) auf. Es verursacht Missbildungen und Risse an Rübenkopf, die später in Fäulnis übergeht.

Eine Bekämpfung ist nicht möglich.

 

Harald Bauer, ARGE Zuckerrübe Südwest