Anbau

Zwischenfruchtanbau

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Der Zwischenfruchtanbau findet zwischen dem Anbau zweier Hauptfrüchte statt, z. B. zwischen dem Anbau von Getreide und Zuckerrüben. Der Anbau von Zwischenfrüchten bietet viele Vorteile:
  • Erosionsschutz durch Bodenbedeckung und intensive Durchwurzelung
  • Nährstoffbindung und damit Schutz vor Nährstoffauswaschung (Wirtschaftseigener Dünger kann nach der Ernte der Hauptfrucht ausgebracht werden)
  • Durch die Zufuhr von organischer Substanz (Wurzel- und Blattmasse) langfristig höhere Bodenfruchtbarkeit, stabileres Bodengefüge, höhere Tragfähigkeit des Bodens, sowie vermehrtes Wasserspeichervermögen
  • Fruchtfolgeauflockerung
  • Bekämpfung von Rübennematoden
  • Imagegewinn für die Landwirtschaft (blühendes Landschaftsbild, Bienenweide, Wasserschutz)
  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben
  • Nutzung von Umweltförderprogrammen
In Zuckerrübenfruchtfolgen haben die Zwischenfrüchte Senf, Ölrettich und Phacelia die größte Bedeutung. Sie dienen in erster Linie der Gründüngung, da sie nur schlechte Futtereignung haben.

Bedeutung des Zwischenfruchtanbaus vor Zuckerrüben
(Produktionstechnische Umfrage 2008; IfZ)

Die flächenmäßig bedeutendste Zwischenfrucht vor dem Anbau von Zuckerrüben ist der Senf. Der Ölrettich hat im Osten und Süden einen Anteil von 3 und 4 % vergleichbar mit Phacelia. Im Osten liegt der Anteil des Zwischenfruchtanbaus vor Zuckerrüben bei 13 %. Im Süden liegt er bei gut 50 %. Im Bundesdurchschnitt liegt er bei ca. 40 %.

Anteil der Zwischenfrüchte vor Zuckerrüben und
anschließender Mulchsaat im Süden Deutschlands.
(Produktionstechnische Umfrage 2008; IfZ)

Der Anbau von Senf stieg im Süden seit 1996 um 20 %. Dies liegt an seiner guten Mulchsaateignung. Er friert in der Regel gut ab.
Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der Mulchsaat ebenfalls stark angestiegen.

Eigenschaften und Beurteilung von Zwischenfrüchten

  Ölrettich  Senf  Phacelia  
Saattermin  Juli - August   Spätsaatverträglich   1. Augusthälfte   
Anspruch an das Saatbett  mittel   gering   sehr hoch   
Aussaatstärke (kg/ha)  18 - 25 (bei niedrigerer Saatstärke wird die Rettichbildung gefördert)   18 - 22   10 - 15   
Andüngung (kg N/ha)  40 - 60   40 - 50   40 - 50   
Sonstiges  hinterlässt durch intensive Durchwurzelung besonders garen Boden   geringere Nematodenreduzierung im Vergleich zu Ölrettich;
sicheres Abfrieren über Winter   
keine Nematodenbekämpfung;
Schnecken vermehren sich in Phacelia deutlich schlechter als in Ölrettich und Senf   
Achtung: Falls ein Standort Ditylenchus (Rübenkopfälchen) gefährdet ist, darf kein Senf angebaut werden!

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